Heilpflanzen von A-Z: Alles mit Z


Zauberhasel
Zauberhasel
Heike Rau/Shutterstock.com

Die Pflanze war in der Heilkunde der Indianer Nordamerikas als Umschlag zur Behandlung von Schwellungen und als vorzügliches Mittel gegen Hämorrhoiden gebräuchlich, wurde aber auch bei Verbrennungen, Insektenstichen und Hautentzündungen angewandt. Die Zweige wurden von den Indianern als Wünschelrute geschätzt. 1736 kam die Pflanze nach Europa. Als Heilmittel und in zahlreichen Kosmetikprodukten findet sie Verwendung.

Wissenschaftlicher Name: Hamamelis virginiana L.

Charakteristik

Der Zauberhasel-Baum stammt aus den Laubwäldern des atlantischen Nordamerika. Er wächst in Europa in Gärten und Parks und wird auch in subtropischen Ländern kultiviert. Er blüht von September bis April. Medizinisch verwendet werden das Hamameliswasser, ein Destillat aus den Pflanzenteilen, die Hamamelisrinde, die im Herbst gesammelten und getrockneten Blätter, die frische Rinde der Wurzeln und der Zweige, die getrockneten Rinde der Stämme und Zweige, die frischen Blätter und Zubereitungen aus verschiedenen Pflanzenteilen.

Anwendungsbereiche

Äußere Anwendung: bei leichten Hautverletzungen, lokalen Entzündungen der Haut und der Schleimhäute, Krampfaderbeschwerden und Hämorrhoiden
Volksmedizin: bei akuten unspezifischen Durchfallerkrankungen sowie Menstruationsbeschwerden
Homöopathie: bei Hämorrhoiden, Krampfaderleiden, Haut- und Schleimhautblutungen

Dosierung

Äußere Anwendung: 250 ml Wasser mit 5-10 g Droge zum Spülen oder als Umschlag; 2-3 g auf 150 ml Wasser als Gurgellösung
Innere Anwendung: Zäpfchen: 0,1-1 g Droge/Supp 3-mal täglich
Fluidextrakt: Einzeldosis mit 15 Tropfen alle 2 Stunden, Tagesdosis mit 1-8 g Droge
Tee: Zwischen den Mahlzeiten 1 Tasse frisch bereitete Abkochung aus 2-3 g Droge mit 150 ml Wasser 10-15 Minuten einnehmen
Tinktur: 0,1-1 g Droge
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60 Minuten (akut) und 1-3-mal täglich (chronisch)
Äußere Anwendung: 1 Esslöffel mit 250 ml Wasser verdünnen und für Spülung oder Umschläge verwenden

Wirkung und Nebenwirkungen

Die in der Droge enthaltenen Gerbstoffe und deren Bausteine wirken entzündungshemmend, reizmildernd und blutstillend. Eine Klinische Studie konnte die Wirkung einer Hammamelis-Salbe belegen (Baumgärtner et al.1998). Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge sind nicht bekannt. Der Gerbstoffgehalt der Droge kann bei innerlicher Anwendung zu Verdauungsbeschwerden führen, in seltenen Fällen sind bei langzeitiger innerlicher Anwendung Leberschäden denkbar.

Anwendung in Lebensmitteln

keine Angaben

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Zimt
Zimt
Oksana Shufrych/Shutterstock.com

Erwähnungen in römischen und griechischen Schriften belegen: Auf dem europäischen Kontinent war Zimt bereits in der Antike bekannt. Da er aus dem asiatischen Raum gehandelt werden musste, zählte er lange Zeit zu den äußerst kostbaren Gewürzen. 1765 begannen die Holländer den planmäßigen Zimtanbau in Sri Lanka (damals Ceylon), später auch in ihren Kolonien Java und Sumatra. Auch heute stammt der auf dem Markt erhältliche Zimt fast ausschließlich aus Kulturen.

Wissenschaftlicher Name: Cinnamomum zeylanicum.

Charakteristik

Zimt ist ein 6–12 m hoher, immergrüner Baum mit dichter Belaubung und blaßbrauner Rinde. Anfangs sind die Blätter rötlich, später grün. Sie erreichen eine Länge von bis zu 12 cm und eiförmig bis länglich. Charakteristisch ist ihr nelkenähnlicher Geruch. Unangenehm riechen die weißlich-grünen Blüten der Pflanzen. Sie stehen locker in endständigen Rispen und sind seidig behaart. Die Frucht ist beerenartig und kurzstachelig.

Medizinisch verwendet werden das Zimtöl (aus der Rinde gewonnen), das Zimtblätteröl (aus den Blättern gewonnen) sowie die Zimtrinde (aus der Rinde junger Schößlinge gewonnen). Die Hauptkomponente der ätherischen Öle ist Zimtaldehyd. Es wirkt fungistatisch, antibakteriell sowie motilitätsfördernd auf den Verdauungstrakt.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden
Volksmedizin: innerlich bei Durchfällen, Wurmbefall, Erklärung und Grippe; äußerlich zur Wundreinigung
Indische Medizin: bei Zahnschmerzen, Mundgeruch, Übelkeit und Erbrechen
Sonstige Verwendung: als Gewürz in Lebensmitteln; als Zusatz in Zahnpasten, Mundwässern, Parfums, Seifen und Kosmetikprodukten

Dosierung

Tagesdosis: 2–4 g Droge
Mittlere Einzelgabe: 1 g Droge

Risiken und Nebenwirkungen

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung therapeutischer Dosen der Droge sind keine Risiken bekannt. Allerdings sollten Schwangere Zimt nicht anwenden.
Allergische Reaktionen sind möglich. Insbesondere der Wirkstoff Zimtaldehyd besitzt ein hohes Sensibilisierungsrisiko.

Das im Zimt enthaltene Phenylpropanoid Cumarin kann in hoher Konzentration die Leberfunktion beeinträchtigen und die Wirkung gerinnungshemmender Medikamente verstärken. Cassia-Zimt weist eine deutlich höhere Cumarin-Konzentration auf als Ceylon-Zimt.

Autor: Sandra Göbel
Zwiebel
Zwiebel
M. Großmann/pixelio.de

Laut Plinius wurden Zwiebeln im alten Ägypten bei Beschwörungszeremonien benutzt. Sie galten als Desinfektionsmittel. Ein Zwiebelzopf an der Haustür schützte angeblich vor Infektionskrankheiten. Als Hausmittel werden Zwiebeln äußerlich bei Ohrenschmerzen, Insektenstichen, Furunkeln, Warzen und zur Nachbehandlung von Blutergüssen genommen.

Wissenschaftlicher Name: Allium cepa L.

Charakteristik

Mittelasien gilt als Ursprungszentrum. Heute ist die Zwiebel weltweit kultiviert. Sie blüht von Juni bis August und wird ab September geerntet. Der medizinisch verwendete Teil der Pflanze sind die Zwiebel, bestehend aus den frischen oder getrockneten, dick und fleischig gewordenen Blattscheiden und Blattansätzen.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Appetitlosigkeit und zur vorbeugenden Behandlung altersbedingter Gefäßkrankheiten
Volksmedizin: innere Anwendung bei Atemwegserkrankungen, Mandelentzündungen und zur Förderung der Gallenfunktion, bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und kolikartigen Schmerzen, zur Entwässerung und Einleitung der Menstruation. Äußere Anwendung bei Insektenstichen, Wunden, Furunkeln, Warzen, leichten Verbrennungen und Blutergüssen.
Indische Medizin: bei Atemwegserkrankungen, Wunden, Schmerzzuständen und gegen Malaria-Fieber
Chinesische Medizin: gegen Wurmbefall, Pilz- und bestimmte Bakterieninfektionen
Homöopathie: akute entzündliche Atemwegserkrankungen, Schmerzsyndrome, Blähungen

Dosierung

Therapeutisch wird die Zwiebel roh verwendet Innerlich: Tinktur 4 bis 5 Teelöffel täglich, Sirup 4 bis 5 Esslöffel täglich; Äußerlich: mit Zwiebelsaft bestreichen oder in Scheiben auflegen
Tagesdosis: 50g frische Zwiebeln oder 20 g getrocknete Droge zerkleinert oder als Presssaft über mehrere Monate einnehmen.
Homöopathie: 5 Tropfen oder 1 Tablette oder 10 Globuli oder 1 Messerspitze Verreibung alle 30-60 Minuten (akut) oder 1-3-mal täglich (chronisch)

Wirkung und Nebenwirkungen

Die enthaltenen schwefelhaltigen Verbindungen sind für die antimikrobielle, antiallergische und antiasthmatische Wirkung verantwortlich. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Werden große Mengen aufgenommen, können Magenreizungen und Blähungen auftreten. Selten treten allergische Reaktionen auf. Zur therapeutischen Verwendung bei Appetitlosigkeit und zur Vorbeugung von Arteriosklerose liegt eine Empfehlung vor.

Anwendung in Lebensmitteln

Zwiebeln sind weltweit als beliebtes Gemüse und Würzmittel bekannt und können aufgrund der erstaunlichen Vielfalt ihrer Wirkungen als Funcitonal Food per se angesehen werden. Das Pflanzenöl wird in der Nahrungsmittelindustrie in allen bedeutenden Sparten verwendet.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke

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